Kooperationsbooster Geschichten

Wie entspannt der Alltag mit Kindern ausfällt, steht und fällt mit ihrer Kooperationsbereitschaft. Über kindliche Kooperation und wie sie sich steigern lässt, hat Snowqueen im Blog Gewünschtestes Wunschkind schon viel großartiges geschrieben. Hier meine persönliche Ergänzung: Geschichten erzählen.

Nein, ich bin nicht irrsinnig kreativ. Aber wenn ich will, kann ich mir tatsächlich ad hoc sehr einfache Geschichten ausdenken. Und so habe ich für die entsprechenden, vom Kind eher ungeliebten Handlungen – Zähne putzen, Hände waschen, aufs Klo gehen, Einschlafen – mittlerweile je eine Geschichte parat.

Wenn das Kind auf eine solche Handlung keine Lust hat, biete ich also an, die Geschichte dazu zu erzählen. Und derzeit klappt das wirklich wunderbar: Das Kind willigt ein, ich erzähle und putze derweil die Zähne oder das Kind wäscht sich die Hände usw.

Hase

Zähneputzen – Das Krokodil und die Nudel

Es war einmal ein Krokodil, das nach dem Essen eine Nudel zwischen den Zähnen klemmen hatte. Mit der Zunge bekam es sie einfach nicht heraus und diese Nudel nervte das Krokodil gewaltig. Es ging also zum Nilpferd und sagte: „Liebes Nilpferd, ich habe eine Nudel zwischen den Zähnen klemmen. Kannst du mir bitte helfen, sie wegzumachen?“ Das Nilpferd, das im Fluss herumstand, hob ein Bein aus dem Wasser und zeigte seinen Fuss: Nilpferde haben ganz dicke kurze Zehen – damit würde es nicht an die Nudel herankommen. „Tut mir Leid, ich kann dir nicht helfen, Krokodil“, sagte das Nilpferd. „Du brauchst etwas langes, dünnes, um zwischen deine Zähne zu kommen.“

Also ging das Krokodil zum Zebra und sagte: „Liebes Zebra, ich habe eine Nudel zwischen den Zähnen klemmen. Kannst du mir bitte helfen, sie wegzumachen?“ Das Zebra hob ein Bein aus dem Gras, in dem es stand, und zeigte seinen Huf: Auch der war viel zu breit und stumpf, um die Nudel zu entfernen. „Tut mir Leid, ich kann dir nicht helfen, Krokodil“, sagte das Zebra. „Du brauchst etwas spitzes, um zwischen deine Zähne zu kommen.“

Traurig zog das Krokodil weiter und die Nudel nervte noch immer ganz schrecklich in seinem Mund. Da kam ein kleiner Vogel angeflattert und sagte: „Ich kann dir helfen, Krokodil.“ – „Wirklich?“ – „Ja klar, mach mal deinen Mund auf, und ich zeige es dir.“

Das Krokodil machte also seinen Mund gaaanz weit auf und der Vogel flog hinein und setzte sich auf die Zähne des Krokodils. Und dann pickte er mit seinem langen, dünnen, spitzen Schnabel die Nudel heraus.

„Danke, lieber Vogel“, sagte das Krokodil und war sehr glücklich, dass die nervige Nudel weg war.

Hände waschen – Die Ente mit den matschigen Füssen

Es war einmal eine kleine Ente, die schwamm in einem Teich umher. Als sie aus dem Teich herauskletterte, war da eine Matschpfütze, und sie trat hinein und bekam ganz dreckige Füsse. Aber es machte ihr auch Spaß und so hüpfte sie eine ganze Weile in der Matschpfütze herum und der Matsch spritzte und die Ente hatte richtig Spaß und wurde so richtig dreckig.

Dann merkte die kleine Ente, dass er Abendessenszeit war und sie machte sich auf den Heimweg. Und weil ihre Füsse so dreckig waren, hinterliess sie überall Matsch-Tapsen. Als sie zu Hause ankam, begrüßte ihre Mama sie und sagte: „Das Abendessen ist schon fertig! Hast du dir schon die Hände gewaschen?“ Die kleine Ente hatte überhaupt keine Lust, sich die Hände zu waschen, deshalb sagte sie: „Jaaa, hab ich.“ – „Prima, dann setz dich gleich an den Tisch“, sagte die Mama-Ente.

Aber die kleine Ente hinterliess auch in der Wohnung überall Matsch-Tapsen. Und da sagte die Mama-Ente: „Schau mal kleine Ente, was ist das denn?“ Und die kleine Ente sagte ganz verschämt: „Ich hab mir nicht die Hände gewaschen.“ – „Ach so“, sagte die Mama-Ente, „dann geh doch eben Hände waschen.“

Also wusch sich die kleine Ente die Hände und anschließend putzten die Mama-Ente und die kleine Ente zusammen die Matsch-Flecken vom Boden weg und danach aßen sie zusammen zu Abend.

Aufs Klo gehen – Das Krokodil in der Wüste

Es war einmal ein Krokodil, das ging in der Wüste spazieren. Nach einer Weile musste es aufs Klo. Aber in der Wüste gibt es kein Klo! Wo kann man noch Pipi machen, wenn man draußen unterwegs ist? – Genau: Im Wald oder hinter einem Baum oder auf einer Wiese. Aber auch das gibt es alles nicht in der Wüste. In der Wüste gibt es nur Sand und Kiesel und Steine und Geröll und Felsen. Und manchmal ein paar Tiere.

Das Krokodil begegnete einer Schlange und fragte: „Wo gibt es hier ein Klo oder einen Baum oder eine Wiese?“ Und die Schlage antwortete: „Tut mir leid, das gibt es hier alles nicht, wir sind hier in der Wüste!“ Das Krokodil lief weiter und immer weiter weil es inzwischen schon ziemlich dringend aufs Klo musste.

Da begegnete es einem Skorpion und fragte: „Wo gibt es hier ein Klo oder einen Baum oder eine Wiese?“ Und der Skorpion antwortete: „Tut mir leid, das gibt es hier alles nicht, wir sind hier in der Wüste!“ Oh je, dachte das Krokodil und lief noch schneller weil es jetzt ganz dringend aufs Klo musste. Und es lief und lief und suchte eine Stelle, wo es Pipi machen konnte.

Da sah das Krokodil einen grossen Kaktus. In der Wüste wachsen nämlich doch ein paar Pflanzen – vor allem Kakteen. Und dieser Kaktus war so gross, da dachte sich das Krokodil: „Eigentlich ist so ein grosser Kaktus wie ein Baum; bestimmt kann ich dahinter Pipi machen.“ Und das Krokodil ging hinter den Kaktus und hob ein Bein und machte „Psssssssssssssssssssscht“ ganz viel Pipi.

Da ging es ihm endlich wieder gut und es konnte weiter in der Wüste spazieren gehen.

Einschlafen – Der müde Hase

Es war einmal ein Hase, der war spätabends auf dem Weg nach Hause. Er war schon so schrecklich müde und er wollte einfach nur noch schlafen. Er hoppelte… und hopppelte… und machte eine Pause und lehnte sich müde an einen Stein am Wegesrand. Am liebsten hätte er sich mitten Auf den Weg gelegt, aber da war es so hart und ausserdem wusste er, dass es in der Nacht noch kalt wird und er eine Decke brauchen würde. Also hoppelte er weiter… und noch ein Stück… und gääähnte… hoppel… hoppel… Die Augen fielen dem armen Hasen schon fast zu. Wieder lehnte er sich zum Ausruhen an einen grossen Felsen, der am  Wegesrand stand.

Aber plötzlich bewegte sich der Felsen und sagte: „He, wer hat sich da an mich dran gelehnt, lass mich weiterschlafen, ich bin müde!“ Der Hase guckte ganz verwirrt und sah, dass das gar kein Felsen war, sondern ein Elefant. „Oh Entschuldigung, lieber Elefant“, sagte der Hase. „Ich bin auch schrecklich müde, weisst du, aber ich habe noch so einen weiten Weg bis nach Hause zu meinem Bett und ich wollte mich nur kurz ausruhen und ich dachte, du wärest ein Felsen.“

Der Elefant brummelte und sagte: „Wenn du so müde bist, dann kann ich dir ein Bett machen. Komm mal her zu meinem Ohr.“ Und der Hase hoppelte zum Kopf des Elefanten. Der Elefant legte seinen Kopf wieder hin und er legte sein grosses Ohr flach auf den Boden. Das Ohr war weich und warm und der Hase legte sich darauf. Und weil Elefantenohren so gross sind, war noch immer ein Stück vom Ohr übrig, der Elefant klappte es um und deckte damit den Hasen ganz kuschelig zu. Und so schliefen der Elefant und der Hase zusammen ein.

Hase-2

Und ihr?

Habt ihr es auch mal mit solchen Geschichten probiert und hat das geholfen, den Alltag für euch entspannter werden zu lassen? Habt ihr euch dafür eigene Geschichten ausgedacht? Wenn ja, würde ich mich freuen, eure Geschichten in den Kommentaren zu lesen – sei es als Stichworte oder auch in voller Länge.

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